Momente, die das Leben erklären
Während meiner Pony-, Junioren- und Junge Reiter-Zeit war ich bei sieben Europa-
meisterschaften dabei. Ich habe in diesen Jahren viel von der Welt gesehen, viel erlebt, habe gelernt, mit Druck umzugehen, und habe sehr viel im Springsattel gelernt. Ich habe mit Nelson Pessoa, Fritz Ligges und Achaz von Buchwaldt trainiert.
Das waren alles wahnsinnig wichtige Stationen in meiner Laufbahn, aber der richtige,
der internationale Durchbruch kam für mich 2003. Anfang des Jahres war ich mit
meinen Pferden in die Nähe von Münster umgesiedelt und habe mein Training mit Kurt Gravemeier begonnen. Er hat mich dahin gebracht, wo ich heute bin. 2003 wurde ich in
den B-Kader berufen, habe gegen internationale Cracks den Großen Preis von Mannheim gewonnen, war zum ersten Mal in Aachen am Start und gleich beim Stechen im Preis von Europa dabei und wurde Vize-Meisterin bei den Deutschen Meisterschaften – das war eine unglaubliche Saison für mich. Und jetzt ging es erst so richtig los! Noch stolzer als auf Platz zwei bei der DM der Damen bin ich allerdings auf die DM-Bronzemedaille von 2005 in der Konkurrenz der Herren – das war auch so ein Highlight, so ein Moment, auf den man jahrelang hinarbeitet und der einen für so manche Durststrecke entschädigt. Auch ein ganz besonderer, ein unheimlich emotionaler Moment war für mich der Sieg an meinem 27. Geburtstag im Großen Preis bei unserem eigenen Turnier in Affalterbach – ein Geburtstagssieg vor „meinem“ Publikum und dann auch noch auf meinem Liebling Ingmar. Wenn ich nur daran denke, bekomme ich schon wieder Gänsehaut.
Für die Reiterei mit all ihren Hochs und Tiefs, mit all ihren „besonderen Momenten“ habe ich auch mein BWL-Studium abgebrochen – und ich habe das noch keine Sekunde bereut. Wenn man nicht Teil von diesem Turnierzirkus ist, fragt man sich sicher oft, wie wir Reiter das „aushalten“: den ständigen Leistungsdruck, das „Zigeunerleben“ von Turnierhotel zu Turnierhotel, diese Abhängigkeit von der Leistung – Wochenende für Wochenende. Ich kann nur sagen: Ich habe gelernt mit Druck umzugehen und ich genieße dieses Leben. Sonntags bin ich ein wenig erschöpft und froh, wenn ein Turnier zu Ende ist, Montags ruhe ich mich ein bisschen aus und reite nur locker ein paar Pferde, dienstags werden die Pferde wieder richtig bearbeitet, Mittwochs fehlt mir meistens schon wieder die Turnier-
atmosphäre und Donnerstags bin ich froh, wenn ich wieder aufs Turnier fahren kann.
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Haupteingang mit Zufahrtsallee

Moderner Springplatz eingerahmt
von Reithalle und Stallgebäude
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02/02/12
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02/02 - 05/02/2012
Villach-Treffen (AUT)