die wichtigsten pferde auf meinem weg

Prince war mein erstes eigenes Pony — ein britischer Volltreffer. Von einem Bekannten,
der in der englischen Niederlassung von der Firma meines Vaters arbeitete, wurde uns Prince empfohlen.



Ich hatte ja von Pferden und der Reiterei noch keine Ahnung, ich war eben ein pferdevernarrtes Mädchen von sieben Jahren und sollte mich entscheiden: entweder Rapp-Pony Prince oder ein Schimmelpony standen zur Auswahl. Ich habe mich für den 1,24 m großen Prince entschieden und es nie, nie, nie bereut. Er war das beste Pony der Welt. Wenn ich irgendwelchen Kummer hatte, habe ich mich immer zu ihm in die Box gesetzt, unter seinen Futtertrog, und ihm alles erzählt. Er war der perfekte Zuhörer. Und sportlich habe ich mit ihm meine allerersten Erfahrungen gemacht — mit ihm bin ich in meinem ersten E-Springen an den Start gegangen und gleich Zweite geworden. Er hat bei uns noch einen herrlichen, ausgedehnten Lebensabend genossen und ist weit über 30 Jahre alt geworden.

O.Z. by AMG
Gute Rezepte soll man nicht ändern: O.Z. by AMG (AMG war die Firma meines Vaters) haben wir von denselben Leuten gekauft wie Prince. Sie war eine absolute Zicke, aber sie war gut und ich habe wahnsinnig viel von ihr gelernt. Vielleicht hat sie schon den Grundstein dafür gelegt, dass ich noch heute glaube: Stuten kämpfen intensiver für ihren Reiter. Mit O.Z. by AMG bin ich 1990 in Italien Europameisterin mit dem Team bei der Pony-Spring-EM geworden und Zwölfte in der Einzelwertung. Ich war damals gerade mal zwölf Jahre alt. Das war ein enormer Erfolg für mich.

 

Paper Doll
Nach den beiden Ponys kam nun Paper Doll — mein Juniorenpferd. Paper Doll war eine irische Stute mit Ramskopf, keine wahre Schönheit, aber unglaublich treu. In ihren riesigen Augen stand die Ehrlichkeit geschrieben und so war sie auch: ein erstklassiges Junioren-Verlass und -Lehrpferd. Mit ihr habe ich mein zweites EM-Gold gefeiert: bei der Spring-EM der Junioren 1993 in Österreich. Sie hat bei uns auch noch eine sehr schöne Zeit nach ihrer sportlichen Karriere genossen.

 

Chrispas
Mit dem russischen Wallach Chrispas habe ich meinen ersten Nationenpreissieg gefeiert. Das war 1999 in Polen und ich war 21 Jahre alt, also noch Junge Reiterin. Das war natürlich ein einschneidendes Erlebnis, was mich schon sehr stolz gemacht hat. Chrispas war kein Riese mit seinen 1,58 m Stockmaß, aber er hatte ein Riesenherz. Für mich war er ein richtiger Held, der einen nie hängen gelassen hat. Er darf heute seinen Lebensabend auf dem Gestüt Ligges verbringen.

     

Rainbow
Ihn hatte ich während meiner Jungen Reiter-Zeit. Rainbow hat mich über meine ersten richtig schwierigen Aufgaben getragen. Immer brav und und mit totalem Vertrauen. Rainbow wurde mit ganz traurigem Herz nach Amerika verkauft. Seine Käuferin hat ihn heute noch. Er genießt jetzt sein Gnadenbrot bei ihr und wird nur noch ins Gelände geritten.

     
Eburovic Gran Pre
Eburovic Gran Pre war, glaube ich, das beste Pferd, das ich je besessen habe. Sie hat so viel Qualität gehabt über dem Sprung — der Körper hat richtig geruckt, wenn sie darüber geflogen ist. Trotz ihrer Vorsicht hatte Sie ein riesengroßes Herz und hat immer alles angepackt oder zumindest ließ sie sich umgehend davon überzeugen, dass sie mitmachen soll. Morgens war sie eine Diva und hat während des „Frühstücks“ alle aus der Box gejagt.
 

MCB Abrisca



Abrisca war eine Traumstute. Im Parcours hat sie wie eine Wildkatze mit vollem Einsatz gekämpft, aber sobald wir aus dem Parcours kamen, legte sie einen Schalter um und wurde zur Schmusekatze. Ich habe mich sehr gefreut, dass sie nach ihrer sportlichen Karriere noch so schöne Tage mit ihrem kleinen Pony Emma zusammen auf der Koppel genossen hat. Aber dann wurden ihre Augen so schlecht, dass sie ihr Leben nicht mehr genießen konnte. Ich war wahnsinnig traurig, als wir sie schon mit 15 Jahren einschläfern lassen mussten. Seit 2003 hatte ich mit ihr supertolle Erfahrungen gemacht — da denke ich zum Beispiel an Platz acht beim Weltcup-Finale 2006 in Kuala Lumpur und vor allem an den Sieg in der letzten Weltcup-Finalprüfung mit Doppel-Null. Ich habe viel von ihr gelernt und bin immer mehr mit ihr zusammen gewachsen. Das war ein tolles Gefühl. Ingmar und Abrisca haben mich reiterlich dahin gebracht, wo ich heute bin. Den beiden habe ich wirklich viel zu verdanken.

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Haupteingang mit Zufahrtsallee



Moderner Springplatz eingerahmt
von Reithalle und Stallgebäude



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02/02/12
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